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Deutscher Heilstollen-Verband
Der Deutsche Heilstollenverband wurde 1990 gegründet. Ihm gehören gegenwärtig 10 Orte in Deutschland an, die ein gemeinsames Ziel verfolgen. Sie wollen die Anerkennung der Speläotherapie als Heilmittel erreichen, die medizinische Forschung betreiben und dafür sorgen, dass das natürliche Heilmittel Patienten mit Atemwegserkrankungen in bestmöglicher Weise zur Verfügung gestellt wird. Dazu wurden Qualitätsstandards für Heilstollen beschlossen, die klimatische Untersuchungen und den Nachweis der Wirksamkeit der Stollenluft zum Inhalt haben.
Die bioklimatische und lufthygienische Messreihe wurde mit dem Deutschen Wetterdienst – Fachbereich Medizin-Meteorologie – in Freiburg durchgeführt. Die einjährige Messphase an allen Standorten belegt die besonders reine Luft in den Heilstollen. Die Luftreinheit unter Tage ist deutlich besser als die am Meer oder im Hochgebirge gemessenen Werte.
Eine weitere wissenschaftliche Untersuchung beschäftigte sich mit dem Nachweis der Wirksamkeit der Stollenluft. Die Medizinstudie mit Kindern unter der Leitung der Universität Ulm erbrachte den statistisch signifikanten Nachweis, dass sich durch den Aufenthalt im Heilstollen die Lungenfunktion entscheidend verbessert.
Damit werden die bisherigen Erfahrungen bestätigt, dass mit der Untertage-Klimatherapie durchweg gute Erfolge erzielt werden können. Leider hat diese alte Erfahrungswissenschaft, deren Entdeckung von Ungarn ausgeht und wo man die Untertagebehandlung seit langer Zeit in den zahlreichen Karsthöhlen in der Volksmedizin nutzte, noch keinen Eingang in die wissenschaftliche Medizin gefunden. Die Verbreitung in Deutschland verdanken wir dem Zweiten Weltkrieg, als Kranke den Wert des Untertageaufenthalts erkannten.
Es war in Ennepetal im Sauerland. Man hatte dort in der „Kluterthöhle” einen Luftschutzbunker für die Bevölkerung eingerichtet. Mit zunehmender Brutalität des Bombenkrieges bemerkten die Asthmatiker des Ortes, dass es ihnen um so besser ging, je öfter sie an diesem Schutzort Zuflucht nehmen mussten. Der Nutzen war so deutlich, dass sie die Höhle auch noch nach dem Krieg zur Linderung ihres Leidens aufsuchten.
Der nach Kriegsende nach Ennepetal heimgekehrte Arzt Dr. Spannagel erkannte die sich hier bietende Chance und baute die Kluterthöhle systematisch zur ersten deutschen Untertage-Therapiestation aus – Ennepetal wurde zur Wiege der Speläotherapie in Deutschland.
Die Anerkennung der Speläotherapie als natürliches Heilmittel hat der frühere ärztliche Direktor des Verbands, Prof. Dr. Hellmut Hille, Freiburg, immer wieder gefordert und dabei auf den therapeutischen Nutzen dieser Behandlungweise hingewiesen.
Heute können wir mit zertifizierten wissenschaftlichen Arbeiten die Wirksamkeit der Speläotherapie nachweisen. Außerdem wurde bereits in Baden-Württemberg ein Prädikat geschaffen, das „Orte mit Heilstollen-Kurbetrieb” in den Kreis der Kurorte aufnimmt.
Durch die vergleichsweise geringen Kosten der Heilstollenbehandlung und die oftmals damit einhergehende Reduzierung von teuren Medikamenten leistet der Verband einen wirksamen Beitrag zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen. Es bleibt zu hoffen, dass sich diese natürliche Behandlungsmethode zum Wohle vieler Patienten immer mehr durchsetzt.
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Deutscher Heilstollenverband • Marktplatz 2 • 73430 Aalen • Tel. 07361 522362 • Impressum |
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